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Fallbeschreibung · Storage

Eine Platte war weg – und keiner hat es gemerkt

Bei einer Bestandsaufnahme fiel mir auf, dass eine von drei Platten meines ZFS-Verbunds als ausgefallen markiert war. Seitdem lief der Verbund ohne Redundanz: Der nächste Plattenfehler hätte mich alle Daten gekostet. Automatische Sicherungen hatte ich zu dem Zeitpunkt auch keine.

Zeitraum
September 2026, rund ein Tag
Rolle
Alleinige Umsetzung – Diagnose, Eingriff, Nacharbeit
Umgebung
Eigener Server, Proxmox VE, ZFS-RAIDZ1 aus drei 4-TB-Platten
Ergebnis
Redundanz wiederhergestellt, kein Datenverlust, wöchentliche Sicherungen eingeführt

Ausgangslage

Auf dem Verbund liegen unsere Haushaltsdokumente und die Sicherungen. RAIDZ1 verkraftet den Ausfall genau einer Platte – und genau diese eine war bereits weg. Der Verbund lief also seit unbekannter Zeit ohne jedes Sicherheitsnetz, ohne dass ich je eine Meldung bekommen hätte.

Die unangenehme Erkenntnis war für mich nicht die defekte Platte, sondern die fehlende Überwachung: Ohne Benachrichtigung merkt man den ersten Plattenausfall erst beim zweiten – und dann ist es zu spät.

Vorgehen

  1. Werkzeug ausschließen, bevor man der Hardware misstraut

    Abgefragt habe ich zuerst die beiden gesunden Platten als Kontrollgruppe. Erst als dort saubere Werte zurückkamen, war für mich klar: Weder Controller noch Abfragewerkzeug sind schuld. Bei der betroffenen Platte lief anschließend ein Lesetest ins Leere – sie antwortete nicht mehr.

  2. Erst sichern, dann schrauben

    Vor dem Öffnen des Gehäuses habe ich die Nutzdaten und die betroffene virtuelle Maschine gesichert. Gearbeitet wird nie am einzigen Exemplar – gerade dann nicht, wenn die Redundanz schon weg ist.

  3. Ursache: kein Defekt, ein Kabel

    Beim Prüfen der Verkabelung fand ich eine gelöste Steckverbindung. Nach dem erneuten Anschließen erkannte das System die Platte sofort wieder und startete die Wiederherstellung der Redundanz von allein.

  4. Nachweis statt Bauchgefühl

    Nach der automatischen Wiederherstellung habe ich einen vollständigen Prüflauf über den gesamten Datenbestand gestartet. Ergebnis: keine reparierten Blöcke, keine Fehler – die Daten waren unversehrt.

  5. Die eigentliche Lehre: Sicherungen einrichten

    Ein reparierter Verbund ersetzt kein Backup. Eingerichtet habe ich deshalb automatische Sicherungen mit Aufbewahrungsregeln. Mein erster Versuch schlug fehl, weil ich das Ziel versehentlich auf die Systempartition gelegt hatte und diese volllief – erkennbar an der Fehlermeldung, behoben durch Umstellen auf den dafür vorgesehenen Speicher.

  6. Aufräumen

    Im gleichen Zug habe ich den Speicherverbrauch eingegrenzt und ausgemistet: veraltete Sicherungen, Zwischenspeicher und ungenutzte Abbilder. Die Systemplatte fiel dabei von 84 % auf 50 % Belegung.

Beleg

# zpool status
  pool: dokumenten
 state: ONLINE
  scan: scrub repaired 0B in 00:16:06 with 0 errors
config:

        NAME                        STATE     READ WRITE CKSUM
        dokumenten                  ONLINE       0     0     0
          raidz1-0                  ONLINE       0     0     0
            ata-ST4000NE0025-…-###  ONLINE       0     0     0
            ata-ST4000NE0025-…-###  ONLINE       0     0     0
            ata-ST4000NE0025-…-###  ONLINE       0     0     0

errors: No known data errors
Zustand nach dem Eingriff: alle drei Platten im Verbund, Prüflauf ohne einen einzigen Fehler. An derselben Stelle stand vorher FAULTED. Seriennummern für die Veröffentlichung entfernt.

Ergebnis

Was ich daraus mitgenommen habe

ZFSRAIDZ1smartmontoolsProxmox VE Backup & RestoreLinuxFehlerdiagnose
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